Stiftungs-News

Action-Spaß im Walsertal – ein Rückblick!

Ab in die Berge!

Nach langer Vorfreude- und Vorbereitungsphase war es dann am Sonntag, den 4.10.2015 endlich so weit : 7 Mädchen und 8 Jungen zwischen 10 und 16 Jahren (davon ein Geburtstagskind des Tages !) und 3 MitarbeiterInnen machten sich zu nachtschlafender Zeit (6:30 Uhr !!!) vom Kinderhilfezentrum oder ihren Wohnungen auf den Weg, um sich (sehr pünktlich) am Hauptbahnhof zu treffen.

 

Dann galt es, Sitzfleisch zu beweisen – erst im Zug nach Ulm, später im Bummelzug Richtung Allgäu. Aber die Kinder hatten gut vorgesorgt und sämtliche Handys, Tablets, PSPs etc. aufgeladen, um stundenlang hinter kleinen Bildschirmen zu verschwinden. Die Mädchen hatten zusätzlich Ausmalbilder, Loom-Bänder für das Knüpfen von Armbändern und die Erwachsenen Kartenspiele dabei, sodass die lange Fahrt erträglich gestaltet werden konnte. Draußen regnete es die ganze Zeit, aber mit Einfahrt ins Allgäu wurde das Wetter schön. Zum Schluss ging es dann von Oberstdorf mit dem Bus ins Kleinwalsertal, wo wir in Hirschegg abgesetzt wurden.

 

Da die Kommunikation per Mobilfunk zwischen Bergschule, Hütte und uns nicht so ganz funktionierte, marschierten wir mit dem Gepäck den Berg herunter Richtung Breitach, auf deren anderer Seite auf halber Höhe die Schwabenhütte liegt. Nach ein paar Minuten kam uns dann allerdings Werner, der Hüttenwirt, entgegen, um unser Gepäck auf den Hänger zu laden, so dass wir ohne größere Lasten zur Hütte wandern konnten.  

 

Diese liegt sehr schön mit Blick auf Mittelberg am Waldrand, umgeben von Kuh-, Pferde- und Eselweiden – also perfekt vor allem für die Mädchen, die sich direkt mit allen Tieren persönlich bekannt machten. Die Einteilung der Zimmer war denkbar einfach – alle Mädchen in ein, alle Jungen in das andere Zimmer, auspacken, Betten beziehen, Haus und Umgebung erkunden….. Dann musste auch schon der erste Küchendienst eingeteilt werden, da um 18:15 Uhr gegessen wurde – Suppe und Kaiserschmarren stand auf dem Plan. Anschließend durfte die ganze Bande noch eine halbe Stunde nach draußen, bevor es ganz dunkel war, dann wurde noch ein bisschen in der Stube gespielt und früh geschlafen, da das Frühstück für 8 Uhr angesetzt war.

 

Am Montag gab es beim frühen Frühstück gleich einen weiteren 11. Geburtstag zu feiern – sogar der selbst gebackene Geburtstagskuchen hatte seinen Weg in die Berge gefunden (nun wusste auch jeder, warum der Kollege die ganze Zeit eine zusätzliche Tasche mitgeschleppt hatte). Dann wanderten wir zum Ort und fuhren mit dem Bus zum Treffpunkt mit der Bergschule. Der Bergerlebnistag stand an und begann im Klettergarten in der Nähe des Ifen. Dort hatten wir die Möglichkeit, in den Felsen zu klettern, uns gegenseitig zu sichern und uns von der Felswand abseilen zu lassen. Die Kinder machten es richtig gut und probierten viel aus.

 

Dann wanderten wir durch das Schwarzwassertal zur 2. Station, wo wir zu zweit auf einer Slackline balancierend eine kleine Schlucht überquerten. Auf der anderen Seite konnten wir erstens unsere mitgebrachten Würstchen grillen und zweitens mit dem Flying Fox in Längsrichtung über die Schlucht „fliegen“, was natürlich ein besonderer Spaß für alle war. Dann wanderten wir weiter bis zur großen Talbrücke, wo die „verrückteste“ Aktion der ganzen Woche auf uns wartete: Das Abseilen aus 40 m Höhe freischwebend unter der Brücke! Und auf Wunsch in einem „Affenzahn“…… Viele Kinder waren wirklich sehr mutig und probierten es – teilweise sogar zweimal – aus. Andere schauten nur zu, was natürlich auch kein Problem war. Nur ein Junge tat sich (ohne Druck von außen) extrem schwer damit, sich nicht zu trauen – er hatte leider zu hohe Ansprüche an sich selber und machte sich dadurch unnötigen Stress. Inzwischen hatte sich auch der ohnehin sonnige und schöne Tag zu einem spätsommerlich-heißen Nachmittag entwickelt – Zeit für ein Eis im Ort, bevor wir dann den Heimweg antraten.

 

Dann gab es noch einen Zwischenstopp am Bach, wo wir uns persönlich davon überzeugten, dass sich auch an einem warmen Tag die Füße im Wasser innerhalb weniger Minuten zu Eisklumpen entwickeln. Nach dem Essen gab es noch einige Runden „6 nimmt“, UNO etc., bevor dann alle in ihre Kojen verschwanden.

 

Am Dienstag gab es dann schon die erste Planänderung – da das Wetter noch sehr gut war, sich aber bis zum nächsten Tag deutlich verschlechtern sollte, zogen wir den Klettersteig an der Kanzelwand vor. Dazu fuhren wir mit der Seilbahn nach oben – für viele Kinder ein ganz neues und teilweise etwas beängstigendes Erlebnis. Auf der Sonnenterrasse übten wir dann unter den staunenden Blicken der anderen Touristen mit Helm und Klettergurt ausgestattet an einem Kletterseil das Ein- und Umhängen der Karabiner. Dann ging es noch ein paar Meter den Wanderweg zum Einstieg herauf. Ein Mädchen, das den Steig nicht machen wollte, ging in Begleitung eines Kollegen schon einmal den normalen Wanderweg zum Gipfel, wo sie das „Empfangs- und Fotokommitee“ für die anderen bildeten. Der Steig war sehr schön

angelegt. Es gab sogar eine Seilbrücke als „Highlight“. Und obwohl einige Kinder wegen ihrer geringen Körpergröße oder zu überwindender Angst teilweise ziemlich kämpfen mussten, haben alle es gut geschafft und waren hinterher sehr stolz auf sich.

 

Nach dem Panorama-Rundumblick und einem Gipfelfoto liefen wir dann auf dem Wanderweg zurück. Leider deutete sich ein Gewitter, zumindest aber Regen an, so dass wir nicht die längere Wanderung vom Gipfel direkt zu unserer Hütte machten, sondern in der „unteren Etage“ von der Talstation am Hang lang über die Wiesen und durch den Tobel zurück gingen – auch eine nette kleine Wanderung. Wir schafften es dann auch vor dem großen Regen (der sich dann erst nachts richtig

austobte) bis zur Hütte.

 

Am Mittwoch regnete es erst einmal; allerdings konnte von dem angesagten unwetterartigen Starkregen keine Rede sein. Wir trafen uns etwas später als ursprünglich geplant zur GPS-Rally. D.h. die Kinder bekamen 3 Navigationsgeräte in die Hand gedrückt und mussten bei einer Wanderung durch das Schwarzwassertal die jeweils nächste Station finden. An den Stationen gab es dann Gruppenaufgaben zu lösen – das hieß, als Gruppe über einen Slackline-Parcours zu balancieren, ohne dass jemand herunter fällt, sich 19 Gipfel des Walsertals zu merken und in der richtigen Reihenfolge auf zu decken, die Antwort auf zwei Fragen unterwegs zu finden und sich selbständig von der Felswand ab zu seilen.

 

Mittags wurde es dann auch trockener, und wir wanderten wieder durch den Tobel zurück zur Hütte. An diesem Abend waren die Kinder anscheinend nicht so ganz ausgelastet – es fand jedenfalls der einzig richtige „Hüttenzauber“ statt, bei dem es in den Zimmern über Tische und Bänke ging und spät abends noch diverse MP3- Player, Taschenlampen und Handys konfisziert werden mussten……

 

Trotzdem ging es am Freitag früh raus – wir hatten in Absprache mit der Bergschule das Programm teilweise geändert und uns in 2 Gruppen aufgeteilt. Das Bogenschießen wollten wir gerne durch eine „bergtypische“ Aktion ersetzen; so fuhr unsere Gruppe zum Eingang der berühmten Breitachklamm, wo unsere Bergführerin mit ihrem Hund auf uns wartete. Wir wanderten die Klamm einmal hinab und liefen dann wieder zurück. Bei einigen Zwischenstopps erfuhren wir etwas über

deren Entstehung, Entdeckung und Erschließung. Außerdem gab es ein paar abenteuerliche Geschichten und Sagen aus der Klamm. Nun waren auch die Kinder, die sich speziell auf das Bogenschießen gefreut hatten, beeindruckt und zufrieden mit dem geänderten Programmpunkt

 

Anschließend trafen wir uns mit der anderen Gruppe zum „Tausch“ beim

Fahrradverleih. Dort übergaben wir den beiden MitarbeiterInnen der Bergschule stellvertretend für alle unser Dankeschönbild und einige Düsseldorfer Gastgeschenke. Nach einer kurzen Einführung in den richtigen Umgang mit dem Mountainbike fuhren wir dann los zu einer kleinen Tour in der näheren Umgebung. Diese war für einzelne Kinder, die nicht so eine gute Kondition haben, schon etwas grenzwertig, zumal es zwei kleinere Stürze gab. Das Highlight für die begeisterten Radler war dann der Bikepark, wo wir auf verschieden hohen Rampen und Steilkurven testen konnten, was das MTB so hergibt.

 

Leider zerlegte einer der Jungen auf einem Hindernis sein Rad – also war mal wieder ein „Plan B“ gefragt. Mein Kollege übernahm freiwillig (vielen Dank dafür!) den undankbaren Part, mit den ausgepowerten Kindern und das kaputte Rad als Roller benutzend zurück zu kehren, während ich mit der anderen Hälfte der Gruppe und dem MTB-Guide noch eine Extrarunde drehen durfte.

 

Das war dann eine ganz wilde Tour – Berge bis 18 % Steigung rauf, dann die Schussfahrt flussabwärts…..ein großer Spaß für Kamikaze-FahrerInnen! Zum Schluss gab es nochmal ein Eis und die übliche Wanderung zur Hütte. Abends hatten wir dann „hohen“ Besuch – unser Sponsor kam mit seiner Frau zum Essen vorbei, um sich an zu hören, was wir alles unternommen hatten, wie die Kinder und Betreuer Programm und Unterbringung fanden usw.. Anschließend mussten wir

schon mal ein bisschen packen und unsere Abreise vorbereiten. Dann noch ein Kartenspiel (begleitet von einer sangesfreudigen Ellsässer Männergruppe) und ab in die Zimmer!

 

Am Freitag war das Wetter noch einmal besonders schön – schade, dass wir fahren mussten ! Zurück ging es über Augsburg ( ein sehr hässlicher und unübersichtlicher Bahnhof !). Unsere ursprüngliche Verspätung hatten wir schon fast wieder aufgeholt, als wir kurz vor dem Düsseldorfer Bahnhof leider noch mal eine Zwangspause einlegen mussten, so dass unsere Geduld dann doch etwas auf die Probe gestellt

wurde…..

 

Letztendlich sind alle gesund und zufrieden zurück gekehrt und würden so eine Tour jederzeit wiederholen! Die Gruppe und das 3er-Team waren prima, Unterbringung und Verpflegung gut, Hüttenwirte und BergführerInnen nett, das Programm sehr vielseitig und spannend. Die Kinder und Jugendlichen konnten in einer für die meisten ganz neuen Umgebung viele neue Erfahrungen in der Natur machen.

 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung – das ist ein ganz besonderes Angebot für unsere Kinder und Jugendlichen!

Anne Konnertz

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